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Philips Series S7520/50:

Als überzeugter Naßrasierer habe ich auf meinen Reisen gelegentlich Probleme mit den Klingen und dem 'Verfahren'. Mann ist stets lässig, gelegentlich schmutzig, aber niemals schlampig. Der Bart darf nur in Ausnahmesituationen älter als drei Tage werden. Damit geht Mann aber schon nicht mehr 'aus'.

Auf meiner jüngsten Nordkappfahrt habe ich den Bart drei Wochen 'stehen lassen', um auszuprobieren, wie weit ich mit mir selbst gehen kann. Das war eine eher unangenehme Erfahrung. Auch das Rasieren dieses Bartes war nicht angenehm.

Auf dem großen Segeltörn von Barcelona nach Istanbul habe ich versucht, mich während der Fahrt zu rasieren. Hart am Wind bei Wellen um die 2 m ist das auch mit den technisch eher harmlosen Klingen meines Rasierers nicht ganz ungefährlich. Gleich den ersten Versuch unter der Dusche der Yacht habe ich sehr früh abgebrochen. Salzwasser in extrem irritierter Gesichtshaut muß ich nicht unbedingt haben.

Auf den Zeltplätzen erledige ich die Morgentoilette gerne auch mal 'am Zelt', wenn der Platz das hergibt. Die Mehrzahl der Zeltplätze Mittel- und Südeuropas läßt das nicht zu und 'zwingt' mich in die dort verfügbaren Sanitärräume. Die sind aber manchmal zu voll, manchmal zu 'gebraucht', manchmal einfach zu weit weg, um gleichzeitig mit der Morgentoilette den Frühstückskaffee kochen zu können. Da wäre ein batteriebetriebener Elektrorasierer 'ganz nett'.

Die 'Dinger' kosten zwischen wenigen 10 € (da hat Mann wenig Vertrauen) und über 200 € (da fürchtet Mann den Fehlkauf). Eine Bewerbung für einen Produkttest zum Philips S7250 hat mich aus diesem Dilemma erlöst. Ich kann einen Elektrorasierer, der sich auch naß einsetzen läßt, auf 'Herz und Nieren' testen und dabei herausfinden, ob eine solche Anschaffung mir auf meinen Reisen eine echte Hilfe sein kann.

Philips Series S7520/50 Nass- und Trockenrasierer


23.06.2015 – Der Paketbote bringt mir unerwartet den elektrischen Rasierer ins Haus, den zu testen ich mich angeboten hatte. Gerechnet habe ich nicht damit. Ich stecke mitten in einem stressigen Tag, an dem viel erledigt werden will. Trotzdem packe ich den Rasierer erst einmal aus.

Klasse! Die zum Lieferumfang gehörige Hartschalentasche ist genau das, wonach ich jetzt mit der Suche begonnen hätte, um den Rasierer auf der nächsten großen Motoradtour mitzunehmen. Schade ist nur, daß das Ladekabel samt Stecker nicht ebenfalls da hinein passt. Der Akku soll frisch aufgeladen 50 Minuten durchhalten. Das Rasieren darf ohnehin keinesfalls länger dauern als ich bisher beim Naßrasieren benötige. Ohne Hautpflege (Waschen vor und nach dem Rasieren) brauche ich bisher etwa 5 Minuten um den zwei, maximal drei Tage alten Bart aus dem Gesicht zu schaben. Dann sollte der Akku des Philips für rund drei Wochen ausreichen.

Das beiliegende Handbuch ist auch ein echter 'Hammer'; zumindest im Umfang. Ich bin ein Mann. Ich lese keine Handbücher solange 'alles funktioniert'. Das letzte Mainboard für meine Workstation hatte gar kein Handbuch. Das hat die vorhandene periphere Hardware 'plug&play' akzeptiert.

Den Barttrimmer beäuge ich extrem mißtrauisch. An meinen Schnurrbart lasse ich nicht einmal meine Friseurin heran. Manchmal nutze ich einen sehr kleinen, handlichen batteriebetriebenen Barttrimmer, wenn die Schere nicht mehr richtig greifen will. Das ist aber eher selten. Jetzt muß ich mich wohl mit dem Trimmer des Philips auseinander setzen.

Ein leichtes Schmunzeln lockt mir die Hautreinigungsbürste in das Gesicht. Wozu brauche ich eine Hautreinigungsbürste? Bei meinen ausgedehnten Segeltörns ist die salzige Gischt Reinigungsmittel, Erfrischungsmittel und Duftwasser in einem. Auf den großen und kleinen Motorradtouren zwischen Pyrenäen und Nordkapp klappe ich den Helm oft ganz auf, um mehr von meiner Umgebung mitzubekommen, die Landschaft um mich herum zu riechen. Dann platzen auch schon mal 'dicke Brummer' auf meinen Wangenknochen. Hautreinigungsbürste im Zelt unter dem Nordkapp? Geht’s noch?

Meine Frau erklärt mir trotzdem sofort, welche Reinigungsmilch sie mir zur Verfügung stellen wird und daß ich diese Bürste nutzen werde. Ich bin ein Mann. Ich lese keine Handbücher, aber ich gehorche meiner Frau.

Der erste Test muß jetzt allerdings noch zwei Tage warten. Heute früh hat der Naßrasierer ganze Arbeit geleistet. Mein Gesicht ist jetzt glatt genug, meine Frau an meine Schulter zu locken.


24.06.2015 – Ich WILL testen. Der einen Tag alte Bart ist bei mir nicht sehr stark. Die ersten Stoppeln kommen an den Wangen und unter dem Kinn so gerade durch Haut. Es ist nicht einfach, diese kurzen Stoppeln zu erwischen. Ich rasiere den 'jungen' Bart selten, aber wenn dann auf die Schnelle ohne Rasierschaum nur mit der Klinge auf dem nassen Gesicht.

Der Philips S7520/50 braucht dafür heute länger als die Klinge! Das mag daran liegen, daß ich das Rasieren mit dem Trockenrasierer erst noch über muß. Die empfohlenen 'kreisenden Bewegungen' mit dem Rasierer direkt auf dem Kinn kann ich mir nicht einmal vorstellen, geschweige denn realisieren.


27.06.2015 – Die erste richtige Rasur. Der Bart 'kratzt'. Heute lohnt sich die Rasur. Gleich nach dem Waschen des Gesichts fange ich damit an und setze den Philips in das noch nasse Gesicht.
Das fühlt sich nicht 'gut' an. Ich vermisse das sanfte Gleiten der Klinge über die Haut! Den Philips muß ich kräftig 'schieben', ihm die 'kreisenden Bewegungen' aufzwingen. Der Scherkopf gleitet nicht, sondern scheint haften zu wollen, läßt sich nur mit ungewohntem Kraftaufwand über Wangen, Kinn und Hals schieben. Das hatte ich mir anders vorgestellt.
Die Rasierarbeit ist in der Effizienz (Zeit) und im Ergebnis (Qualität) der gründlichen Naßrasur gleich.
Ein Plus: Die Haut ist nach der Rasur deutlich weniger 'irritiert', weniger gestreßt. Das Rasierwasser brennt nicht, wird als angenehm auf der Haut angenommen.
Beim nächsten Versuch setze ich den Rasierer auf trockene Haut; mal sehen, ob er sich dann 'fließender' bewegen läßt, vielleicht auch schneller.

29.07.2015 – Vergiß den Quatsch mit den kreisenden Bewegungen. Das funktioniert nirgendwo wirklich ;-) Also den Rasierer einfach über die Stoppeln schieben, wie beim Naßrasieren, immer schön GEGEN den Strich … Jetzt geht das mit dem Philips so flott wie sonst mit der Klinge. Heute habe ich das nach dem Waschen auf trockener (!) Haut ausprobiert und bin zufrieden.

02.07.2015 – Unter der Dusche geht das gut! Wenn das Gesicht voll Shampooschaum ist, klappt das auch mit den kreisenden Bewegungen. Wenn ich mich unter der Dusche rasiere, dann erledige ich das immer 'blind', voller Schaum, auch auf den Augen. Das Sehen müssen dann die Finger der linken Hand übernehmen. Die sagen mir heute, daß das Ergebnis mit dem Philips dem Ergebnis der Klinge entspricht. Ich brauche mit dem Philips etwas länger. Er liegt noch ungewohnt in der Hand.

04.07.2015 – Ich gewöhne mich an den Philips. Das Ergebnis ist jetzt immer akzeptabel. Heute habe ich mich wirklich trocken (!) rasiert. Die Wärmeentwicklung des Scherkopfes irritiert mich. Da fehlt mir die kühlende Feuchte des Naßrasierens. Die Wärme ist aber nur irritierend und unbekannt, nicht unangenehm. Allmählich bekomme ich auch ein Gefühl dafür, wie 'fest' ich den Rasierer gerade noch in das Gesicht drücken darf, damit ich ihn streßfrei über die Haut schieben kann. Ich gewöhne mich an den elektrischen Rasierer. Ob mich das Gerät auf Dauer zu einem Trockenrasierer machen wird, weiß ich allerdings noch nicht.


Die Alltagstauglichkeit im trauten Heim ist ohne Frage gegeben. Ob sich das Gerät im Urlaub als brauchbar erweist, wird sich in kürze zeigen, wenn ich mit meinen Freunden im Frankenland auf dem Moto herumkurve. Der Platzbedarf des Rasierers (einschließlich Ladekabel) ist bereits deutlich größer als der Bedarf des kleinen 'Schabers', der in der Sanitärtasche den geringsten Platz für sich beansprucht. Der 'Härtetest' käme dann im kommenden Jahr, wenn wieder eine Tour mit Zelt geplant ist, entlang der französischen Atlantikküste ...

Die 'Anbauteile' wie Bartschneider und Gesichtsmassagebürste habe ich bisher nicht getestet; und werde das vermutlich auch nicht tun. Für mich sind diese Teile entbehrlich und stellen keinen Mehrwert dar.

Im Juli 2015
Friederich Prinz