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Arbeit - ...

Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir tun. (Marie v. Ebner-Eschenbach)

 

So ist das. Was wir mit Freude tun, mit Schwung, mit Vorfreude auf ein erwartbares gutes Ergebnis und am Ende als gelungen erleben, das macht uns fröhlich, gesund und frei.

 

Zur Zeit (2. und 3. Quartal 2015) arbeite ich so viel, daß meine 'seemännische Ausbildung' darunter leidet. Die theoretische Prüfung zum SKS steht aus und wartet dringend auf Erledigung weil die erfolgreiche praktische Prüfung bereits eineinhalb Jahre zurück liegt. Ich komme vor lauter segeln und biken und diversen Arbeiten im Augenblick nicht dazu und warte dringend auf den Winter. Dunkle und kalte Tage wecken hoffentlich die Motiviation zum Lernen und Üben in der warmen 'Stube'.

Das erste Halbjahr war angefüllt mit Arbeiten für die Seahorse und die kleinere October. Von Mai bis Anfang Juni war ich mit Helmut auf See, sechs lange Wochen. Wir sind von Vilanova i la Geltru bis Gülsece (südl. Istanbul) gesegelt. Die Fahrt (spaßig bis abenteuerlich) ist in einem Blog dokumentiert (Achtung: tief 'graben'. Über meinem Bericht liegt längst ein jüngerer ...). Selbst dieser Törn ging nicht ohne diverse Arbeiten ab die zwischendurch erledigt sein wollten. Das seemännische Nähen (naja) der Sprayhout gehört ebenso dazu wie die Reparatur der Antriebswelle, die uns auf hoher See von der Kupplung gerutscht ist.

- Der Fritz in Troja -

Trotz der Arbeit (an Bord ist immer (!) etwas zu tun) wird mir diese Reise lange intensiv im Gedächtnis bleiben.

 

Noch während ich auf See war, bekam ich einen Anruf meines Unternehmens. Meine Mithilfe in einem umfangreicheren Projekt wird gewünscht. Ich brauchte tatsächlich ein paar Tage um mir klar zu werden, ob ich in diesem wirklich interessanten Projekt mitarbeiten möchte. In Wahrheit habe ich mich bereits beim ersten Gespräch darauf gefreut, interessante und anregende 'technische Gespräche' mit geschätzten Kollegen zu führen.

Insofern weiß ich mich gar nicht zu entscheiden, ob ich Schlägel und Eisen wieder 'auf den Kopf' drehen soll. Jedenfalls habe ich zugesagt und bringe mich seither darin ein 'mit allem was ich habe'.

 

Ebenso intensiv bringe ich mich ein, wenn an meinem Moto etwas nicht funktioniert. BMW darf die Maschine nicht einmal ansehen, geschweige daran Hand anlegen. Das gilt mindestens solange wie ich bei auftauchenden Problemen für mich eine reelle Chance sehe, das jeweils selbst zu lösen. Bei einem ganz besonderen Problem mit der Elektrik im Tank war die größte Motivation die Erfahrung, daß Fach'werkstätten' heute nicht reparieren, sondern austauschen. Was die Fachwerkstätten in meiner Nähe an der GS alles ausgetauscht hätten, kann ich mir lebhaft vorstellen. Was das alles aus meinem Portemonaie gezogen hätte, läßt mich schauern.

Am Ende ist das natürlich eine tiefe Befriedigung, den Fehler selbst gefunden zu haben, selbst reparieren zu können und die Maschine ohne nennenswerte Kosten wieder vollständig fahrtüchtig gemacht zu haben.

 

Eine besondere Befriedigung sind auch die Arbeiten mit Ralf in seinem Garten. Ralf hat eben immer wieder einmal Gestaltungsideen die mit 'bauen' zu tun haben. Dieses Mal brauchte der Anhänger für den PKW einen 'ordentlichen' Unterstand. 'Wegen der Symmetrie' sollte der Unterstand in seiner Ausführung einer langen Zeile von abgedeckten Holzstapeln entsprechen. Solchen Arbeiten müssen auch Laien ansehen, daß sie von Fachleuten ausgeführt wurden. Wegen des Platzmangels (Ralf hat schon viele Ideen realisiert ;-) soll der Anhänger direkt neben dem vorhandenen Zaun und Sichtschutz zum Nachbargrundstück stehen. Das haben wir in diesen Tagen gebaut ...

Die Photos erzählen den Fortgang ausreichend. 4 Stunden Spaß am Tun an einem sonnigen Tag bereichern Ralfs Garten mit dem komfortabelsten Unterstand für einen Anhänger, den man sich in dieser Zeit bauen kann.

 

Ich darf nicht mehr arbeiten? Ich komme gar nicht zur Ruhe! Es gibt immer etwas zum Tun, Gott sei Dank!

 

Grüß Gott und Glückauf
Friederich Prinz
Oktober 2015